Am Wochenende vom 29.05 bis 31.05.26 trafen sich Teilnehmer der Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe des Landesverbandes NRW in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim an der Ruhr zu einem interessanten und abwechslungsreichen Seminar für Männer.
Nach einer Vorstellungsrunde beschäftigten wir uns zunächst mit dem Männerbild in unserer Gesellschaft. Dabei wurde diskutiert, wie sich das Rollenverständnis des Mannes im Laufe der Zeit verändert hat und welche Einflüsse Familie, Beruf und Gesellschaft darauf haben.
Am Samstag stand die Rolle des Mannes aus soziologischer Sicht im Mittelpunkt. Themen wie Leistungsgesellschaft, gesellschaftliche Erwartungen und festgelegte Verhaltensmuster wurden intensiv behandelt und diskutiert.
Einen besonderen Schwerpunkt bildete der Ausflug in die Psychologie. Seminarleiter Harald Mantai stellte die verschiedenen Persönlichkeitsstrukturen anschaulich und humorvoll in Form eines „Zoobesuchs“ vor. Dabei lernten wir die sechs Grundstrukturen kennen: narzisstisch, schizoid, depressiv, phobisch, zwanghaft und hysterisch. Die Teilnehmer konnten viele Anregungen für das Verständnis ihrer eigenen Persönlichkeit sowie für den Umgang mit anderen Menschen mitnehmen.
Darüber hinaus beschäftigten wir uns mit den Themen Sucht und Depressionen. Ein weiterer wichtiger Punkt war die sogenannte Ambivalenz, die Harald Mantai mit dem Motto „Wasch mich – aber mach mich nicht nass!“ verdeutlichte. Dieses Bild beschreibt den inneren Konflikt vieler suchtkranker Menschen: Einerseits besteht der Wunsch, mit dem Suchtmittel aufzuhören, andererseits erscheint die Sucht weiterhin als vermeintliche Hilfe oder Verstärkung im Alltag. Deutlich wurde dabei auch, wie wichtig Bündnispartner auf dem Weg aus der Sucht sind – beispielsweise Therapeuten, Selbsthilfegruppen oder therapeutische Einrichtungen.
Nach dem Abendessen nutzten einige Teilnehmer die Gelegenheit zu einem gemeinsamen Besuch der Eisdiele „Leck mich“. In entspannter Atmosphäre entstanden viele gute Gespräche und ein wertvoller persönlicher Austausch.
Am Sonntag richteten wir den Blick auf die Zukunft und die weiteren Herausforderungen in der Selbsthilfearbeit. Nach einer Feedbackrunde erhielt jeder Teilnehmer von Harald Mantai ein persönliches positives Feedback, das viele als wertschätzenden und motivierenden Abschluss des Wochenendes empfanden.
Ein herzlicher Dank gilt Harald Mantai für die fachkundige Leitung und die gelungene Gestaltung dieses Seminarwochenendes. Die Teilnehmer freuen sich bereits auf ein Wiedersehen bei einem zukünftigen Seminar.
Freundeskreis Lübbecke
Sven Kütenbrink